Fliegerweisheiten

  1. Fliegen heisst warten. (Gerd Rossow)
  2. Es gibt tollkühne und alte Flieger, tollkühne alte Flieger gibt es nicht. (aus „Looping“ von Hartmut Buch)
  3. Nichts ist unwichtiger, als die Piste, die hinter dir liegt.# Je tiefer man(n) fliegt desto mehr sieht man(n).
  4. Ein Plan B ist immer hilfreich.
  5. Je größer der Winkel des Abfangens desto geringer die Überlebenschance.

Geschichtliches

Ein Blick in die Vergangenheit hilft aktuelle Ereignisse und Gegebenheiten im Zusammenhang zu sehen und besser zu verstehen. Einige dieser Berührungspunkte stellen wir hier vor:

Dieses Jahr, also 2015, zog die BUGA im Havelland viele Besucher an. Auch Flugbegeisterte lassen sich gern von der heimatlichen Blütenpracht verzaubern, besonders, wenn dabei noch ein wenig über die Geschichte der Fliegerei zu erfahren ist, was sofort klar wird, wenn man im Kreisverkehr vor Stölln den Lilienthalgleiter erblickt.
Eindrucksvoll präsentiert sich dann „Lady Agnes“, die legendäre IL62, die 1989 von Kallbach zu Ehren Otto Lilienthals am Fuße des Gollenbergs gelandet wurde. Ein Film, im benachbarten Zelt anzuschauen, ließ den Betrachter die Landung noch einmal nacherleben.
Das Lilienthalmuseum im Ort Stölln ist sehenswert. Einige der vielen Exponate sprachen uns besonders an. In einer imposanten Vitrine sind wahrscheinlich alle Segelflugzeuge der Welt als Holzmodell ausgestellt. Bewundernswert. Und dann sahen wir sie – „unsere“ Schrämmaschine. Hier sei erwähnt, dass Dr. Helmut Grimm, Lehrer am BSZ und Vorreiter bei der Namensgebung desselben, in den vergangenen Jahren mit seinen Schülern, dem Konstrukteur Heinz-Jürgen Kräupl (Freital) und dem Schlossermeister Hans Walther (Fa. Metallbau Walther, Possendorf) drei Modelle der Schrämmaschine von Otto Lilienthal gebaut hat. Bereits 1998 hatte der damalige Stadtrat von Freital, Günter Siebert, das Projekt nachhaltig angeregt. Ein Modell steht in unserer Schule, eines im Lilienthalmuseum in Anklam und das dritte Modell haben wir hier vor Augen. Entsprechende Aushänge erklären die uns selbst natürlich bekannten Zusammenhänge zwischen Lilienthal, Schrämmaschine, Freital und BSZ. Es ist schon ein selten erlebtes Gefühl, von seinen eigenen Aktivitäten in einem Museum zu lesen.
Allgemein bekannt ist, dass Otto und Gustav Lilienthal, meist gemeinsam, sehr viele Patente entwickelten. Das wussten wir natürlich. Doch die originalen Steine und Teile der Baukastensysteme der beiden zu sehen, ist schon etwas anderes. Heute spielen viele Kinder damit – natürlich mit den moderneren Ausführungen, die sich Lego oder Stabilbaukasten nennen.
Nach einem kleinen Spaziergang gelangen wir an und auf den Gollenberg, stehen an der Windharfe, der Absprungstelle Otto Lilienthals, genießen herrliche Weitsicht, und verharren dann am Gedenkstein an seiner Absturzstelle. Er war der Vorreiter für das, was wir heute mit einer Selbstverständlichkeit tun – Fliegen wie die Vögel.
Viel Neues über Ottos Sichtweise habe ich inzwischen in seinem Buch „Der Vogelflug als Grundlage der Fliegekunst“ gelesen. Ich kann euch dieses Buch für die langen Wintermonate nur empfehlen…

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Kunstflugstaffel

Die heutige Flugausbildung basiert auf jahrelangen Erfahrungen vieler Piloten, weitergegeben an jüngere Generationen in Schrift-, Bild- und Wortform. Besonders spannend sind Berichte dann, wenn man die Zeitzeugen selber kennt. Einige, nur wenig publizierte Beiträge möchten wir hier vorstellen, um unseren Jungpiloten Anregungen für ihre fliegerische Entwicklung zu geben. So berichtet Günther Ambroß von der Riesaer Segelkunstflugstaffel: „Chronik der Kunstflugstaffel Segelflug aus Riesa-Canitz/Sachsen“

Unterrichtsinhalte

Die Theorieausbildung setzt sich aus verschiedenen Unterrichtsfächern zusammen. Eine Auswahl der entsprechenden Inhalte stellen wir hier vor:

„Flugunfall? Schon mal davon gehört – doch das betrifft mich nicht, weil … .“
Diese Einstellung ist zwar nervenschonend, aber trügerisch. Denn erstaunlicher Weise sind lt. Statistik Flugschüler und erfahrene Piloten gleichermaßen an Unfällen beteiligt. Selbst die Fachwelt akzeptiert inzwischen, dass es keinen fehlerfreien Menschen gibt, also auch kein Pilot vor Fehlhandlungen gefeit ist.
Untersuchungen ergaben, dass ein Fehler nicht zwangsläufig zu einem Unfall führen muss und sie offenbarten eine Aneinanderreihung mehrerer Fehler, die in ihrer Summe zum Unfall führten. Wir sind also gut beraten, diese Fehlerketten möglichst frühzeitig zu unterbrechen. Dafür müssen wir sie aber erst einmal erkennen. Unsere Chance dafür ist umso größer, je offener wir über unsere Fehler sprechen und im Vorfeld gedanklich durchspielen, welche besonderen Situationen auftreten können, wie wir auf diese reagieren und vor allem, sie von vornherein verhindern können. Das theoretische Rüstzeug hierfür ist Bestandteil des Faches „Betriebliche Verfahren.“

zusammengestellt von Jens Perl:

  1. Störungen am Flugplatz
  2. Störungen beim Flugbetrieb
  3. Start- und Landecheck
  4. Windenstart
  5. Startunterbrechung
  6. Der Segelflugzeugführer
  7. Das Segelflugzeug
  8. Wetterlagen
  9. Außenlandung
  10. Unfälle

Otto Lilienthal, war der erste Flieger, welcher wiederholbare Flugergebnisse erbracht und dokumentiert hat. Die von Otto Lilienthal zur Eigenschaft und Leistung von Flugprofilen entwickelte Widerstandspolare hat bis heute allgemeine Gültigkeit (auch als „Lilienthalpolare“ bezeichnet). Lilienthals erstes erfolgreiches Flugzeug, der sog. „Derwitzer Apparat“ gehört nach unserer heutigen Einteilung der Luftfahrzeuge zur gleichen Gruppe wie unsere Segelflugzeuge.
Einige Schwerpunkte des Ausbildungsabschnittes Technik stellt Dr. Helmut Grimm hier vor:

Klassenstufe 11

  1. Einteilung und Unterscheidung der Luftfahrzeuge
  2. Spezieller Aufbau von Segelflugzeugen (Rumpf, Tragwerk, Leitwerk, …)
  3. Bordinstrumente (Fahrtenmesser, Höhenmesser, Variometer, …)

Klassenstufe 12

  1. Vertiefung Bordinstrumente (einschließlich Berechnungen zum Lastvielfachen, …)
  2. Mindestausrüstung und Vorflugkontrolle
  3. Besonderheiten des Motorflugzeuges Motorarten, Kraftstoffsystem und Flugbenzin, Ladedruckregelung, Zündanlage, …)

Klassenstufe 13

  1. Gesamtwiederholung und Spezifische Prüfungsvorbereitung im Leistungskursfach „Technik Maschinenbau“

Laut Karl Heinz Karius wird die Tätigkeit der Wegfindung wie folgt definiert: „Mit bewährter Tradition navigiert leichter. Es kann auch rückwärts vorangehen.“
Hier in der Ausbildung schauen wir als erstes in die Historie (Stichwort „Polynesische Navigation“), lernen Navigationsarten, kennen wir die Sicht- und die Koppelnavigation, beschäftigen uns mit dem Globus und wir machen eine Zeitreise in der Kartenkunde mit all ihren Vorteilen und Fehlern. Exakte Begrifflichkeiten, welche noch nie gehört, wie z.B. Loxodrome, Agone und Deviation werden eingeführt und geben der Segelflugnavigation die eigene Fachspezifik.Wir werden Kurse traditionell mit Kompass, Karte und Kursdreieck bestimmen und somit einen wichtigen Beitrag leisten, welcher in jede Flugvorbereitung gehört!
zusammengestellt von Arvid Kühne:

  1. Kurse
  2. Winddreieck
  3. Endanflugberechnung
  4. Navigationsverfahren
  5. Navigation Aufgabe1